Die Lukaskantorei probt immer mittwochs von 20-22 Uhr im Saal
der Lukaskirche, Landhausstraße 151.
Einige Wochen vor Konzerten beginnt die Probe bereits um 19.30
Uhr.
Singen mit Senioren: siehe Gemeindebriefe.
Nähere Informationen im aktuellen Probenplan und
beim Kantor.
Am Sonntag Cantate, 2. Mai 2010, ist unserem Kantor Hans-Eugen
Ekert im Rahmen eines feierlichen musikalischen Gottesdienstes der
Titel des "Kirchenmusikdirektors" (KMD) verliehen worden.
Stellvertretend für die Lukaskantorei Stuttgart hielt Martin
Schliemann für unseren Dirigenten zu diesem Anlass eine Rede, die
wir Ihnen, liebe Besucher unseres Internetauftritts und
Freunde unserer Musik, nicht vorenthalten möchten:
Lieber Hans-Eugen,
nun ist das große Geheimnis also gelüftet:
Der Titel eines Kirchenmusikdirektors ist – ein Ausdruck
schwäbischer Sparsamkeit? - zwar nicht mit monetären Zulagen
verbunden, auch wird der Glanz wohl nicht ausreichen, um zu einer
annehmbaren Verbesserung der prekären Lichtverhältnisse in unserem
Probenraum zu führen; aber immerhin hat unser Graphiker von heute
an drei zusätzliche Buchstaben auf allen Plakaten und
Programmheften der Lukaskantorei unterzubringen. Dieses "KMD" wirkt
hoffentlich wie ein knallroter Aufkleber: "Achtung! Hier gibt's
Qualität!".
Das ist natürlich für alle, die Dein Musizieren schon länger
begleiten (ob aktiv in Chor oder Barockorchester oder passiv als
Konzertbesucher) keine Neuigkeit - aber es ist doch schön, dass
dieser Ruf auf dem langen Marsch durch die Institutionen unserer
Kirche jetzt ganz offensichtlich unverfälscht dort angekommen ist,
wo im Geheimen über solcherlei Ehrungen gewacht wird und von wo aus
sie zur großen Überraschung aller hin und wieder verteilt
werden.
Nun ist so ein Titel eines Kirchenmusikdirektors ja etwas
Merkwürdiges: In Zeiten der Web Designer, Key Account Manager und
Personal Coaches scheint er aus einer anderen Welt zu stammen. Der
"Director Musices in Ecclesia" ist ja auch eine Erfindung aus einer
Epoche, in der sich unser Kantor (zumindest musikalisch) auskennt
wie sonst kaum einer. Mit Namen wie Johann Sebastian Bach, Carl
Philipp Emanuel Bach oder Georg Philipp Telemann beginnt da eine
Ahnenreihe, die ab heute um einen Namen reicher ist.
Vielleicht erklärt sich aus dieser puderperückenstaubigen Herkunft
ja auch eine gewisse Scheu oder Unsicherheit in der heutigen
Verwendung dieses Titels? Die ständige Sorge der Kirche, nicht mehr
zeitgemäß zu sein, die immer häufiger dazu führt, dass sie dem
Zeitgeist hinterherrennt und dabei allerlei Verrenkungen und
Stilblüten hervorbringt, lässt es vielleicht auch geraten sein, mit
einer solchen Titelverleihung nicht zu sehr in die Öffentlichkeit
zu gehen. Ja, wenn es denn wenigstens ein "Director of Church
Music" wäre, das machte was her...
Aber so haben wir eben diese drei Buchstaben K-M-D, die auch noch
ziemlich unmusikalisch sind: Auch auf einem noch so modifiziert
mitteltönig gestimmten Cembalo (natürlich nach Ekert 3!) gibt es
weder K noch M, gerade mal der Direktor ist vertreten. Doch zum
Glück bietet Dein Name da eine stabile harmonische Basis: H-E, die
reine Quarte! Und dass es auf diese reine harmonische Basis
ankommt, das lernt ja jeder, der unter Deinem Direktorat Musik
machen darf.
So ist denn zu hoffen, dass es Dir gelingt, auch diese etwas
sperrigen Buchstaben zum Klingen zu bringen und sie in Deine
musikalische Welt zu integrieren. Und bitte: nicht im Geheimen!,
sondern mit dem angemessenen Selbstbewusstsein dessen, der weiß,
dass er etwas zu verkündigen hat.
Dass Dir das gelingt, daran haben wir keinen Zweifel, oder, um
einen Deiner Lieblingssätze zu zitieren:
WIRD SCHÖN!